Projektauftrag - Einführung eines digitalen Bürgerservice-Portals (BSP-2026)
- Auftraggeber
- Erster Stadtrat der Stadt Lindenau
- Projektleitung
- Dr. Anke Berger, Leitung Organisationsentwicklung
- Laufzeit
- 01.05.2026 - 30.06.2027 (14 Monate)
- Budget
- 480.000 €
- Version
- 1.0, freigegeben am 28.04.2026
- Fassung
- Projektauftrag (freigegeben, Abschnitt 8)
1 Ausgangslage
- Ausgangslage1
- Rund 60 Prozent der Anliegen im Bürgerbüro betreffen Anträge, die online abgewickelt werden könnten. Die Wartezeit auf einen Termin liegt bei bis zu drei Wochen. Der Stadtrat hat am 12. März 2026 die Einführung eines Portals beschlossen und 480.000 € im Haushalt eingestellt.
2 Projektziel und Abgrenzung
- Projektziel2
- Bis zum 30. Juni 2027 sind die zwölf häufigsten Leistungen der Fachbereiche Bürgerservice, Ordnung und Soziales online stellbar, und die Wartezeit auf einen Termin im Bürgerbüro liegt bei höchstens fünf Werktagen.
Woran die Zielerreichung gemessen wird
| Nr. | Messgröße3 | Zielwert | bis wann |
|---|---|---|---|
| Z1 | Leistungen der Fachbereiche Bürgerservice, Ordnung und Soziales, die online stellbar sind | die zwölf häufigsten Leistungen | 30.06.2027 |
| Z2 | Wartezeit auf einen Termin im Bürgerbüro | höchstens fünf Werktage | 30.06.2027 |
- Nicht-Ziele (Abgrenzung)4
- Nicht Teil des Projekts: die Ablösung des Fachverfahrens im Einwohnermeldewesen, die Einführung einer elektronischen Akte im Bauamt und die Anbindung der städtischen Eigenbetriebe.
- Lieferergebnisse (Deliverables)5
- Portal im Produktivbetrieb mit zwölf Online-Diensten; Anbindung an das Servicekonto des Landes; Schulungsunterlagen für 35 Sachbearbeitende; Betriebshandbuch.
3 Meilensteine
| Nr. | Meilenstein (abgenommenes Ergebnis)6 | Termin |
|---|---|---|
| M1 | Fachkonzept freigegeben | 31.07.2026 |
| M2 | Zuschlag erteilt | 30.09.2026 |
| M3 | Pilotbetrieb mit drei Diensten | 30.11.2026 |
| M4 | Schnittstelle zum Einwohnermeldeverfahren abgenommen | 31.01.2027 |
| M5 | Alle zwölf Dienste online | 30.04.2027 |
| M6 | Übergabe in den Regelbetrieb | 30.06.2027 |
4 Budget und Ressourcen
5 Risiken und Annahmen
| Nr. | Risiko9 | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| R1 | Die Schnittstelle zum Einwohnermeldeverfahren steht erst im zweiten Quartal 2027 bereit | Pilotbetrieb mit Diensten ohne Melderegisterzugriff |
- Annahmen
- Der Anbieter des Fachverfahrens liefert die Schnittstelle im Rahmen des Wartungsvertrags.
6 Projektorganisation
- Lenkungsausschuss10
- Erster Stadtrat (Vorsitz), Leitung Fachbereich Bürgerservice, Leitung IT-Koordination, Personalrat (beratend). Sitzung monatlich.
- Projektteam
- Je eine Person aus den drei Fachbereichen, IT-Koordination, Dienstleister nach Zuschlag.
7 Änderungen am Auftrag
| Version | Datum | Änderung11 |
|---|---|---|
| 1.0 | 28.04.2026 | Erste Fassung, freigegeben |
8 Freigabe
- Freigabe12
- Freigegeben wird dieser Projektauftrag in der Version aus dem Kopfblock mit den Abschnitten 1 bis 7. Mit der Unterschrift sagt der Auftraggeber Budget, Ressourcen und rechtzeitige Entscheidungen zu, die Projektleitung Ziel und Termin im beschriebenen Rahmen.
- Ort, Datum
- Lindenau, 28. April 2026
- Unterschrift Auftraggeber
- Erster Stadtrat, Stadt Lindenau
- Unterschrift Projektleitung
- Dr. Anke Berger
Hinweise zu den Feldern
- 1Ausgangslage: Warum jetzt, und wer hat es beschlossen. Drei bis fünf Sätze mit Zahlen; kein Absatz darüber, wie wichtig Digitalisierung ist.
- 2Projektziel: Messbar und mit Datum. „Bürgerservice verbessern“ ist kein Ziel, „zwölf Leistungen online bis 30.06.2027“ ist eines.
- 3Messgröße: Je Ziel eine Zeile. Lässt sich keine Messgröße oder kein Termin angeben, ist das Ziel noch nicht reif für den Auftrag.
- 4Nicht-Ziele (Abgrenzung): Das Feld, das später den meisten Ärger erspart. Alles, was jemand erwarten könnte und was nicht kommt.
- 5Lieferergebnisse (Deliverables): Was am Ende physisch da ist und abgenommen werden kann. Keine Tätigkeiten („Workshops durchführen“), sondern Ergebnisse.
- 6Meilenstein (abgenommenes Ergebnis): Vier bis acht Meilensteine mit Datum. Jeder ist ein abgenommenes Ergebnis, keine Phase.
- 7Budget (Sachmittel, extern): Gesamtbetrag und Aufteilung nach Posten, z. B. Software, Schnittstellen, Schulung, Reserve.
- 8Interner Aufwand: Externes Geld und interne Personentage getrennt. Die Personentage sind der Teil, über den später gestritten wird.
- 9Risiko: Die drei größten Risiken mit Gegenmaßnahme und die Annahmen, auf denen Termin und Budget beruhen. Fällt eine Annahme, gilt der Auftrag nicht mehr so.
- 10Lenkungsausschuss: Mitglieder mit Funktion, Vorsitz, Sitzungsrhythmus. Wer entscheidet, wenn Ziel, Budget oder Termin nicht mehr halten?
- 11Änderung: Ändern sich Ziel, Budget oder Termin, entsteht eine neue Version mit neuer Unterschrift. Die alte Fassung bleibt gültig, bis die neue unterschrieben ist.
- 12Freigabe: Zwei Unterschriften: Auftraggeber und Projektleitung. Ohne die zweite ist es ein Wunsch, kein Auftrag.
Was ein Projektauftrag ist und wozu Sie ihn brauchen
Der Projektauftrag ist die Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Projektleitung, mit der ein Projekt offiziell beginnt. Er hält fest, warum das Projekt gemacht wird, was am Ende da sein soll, was ausdrücklich nicht dazugehört, wie viel Geld und Zeit es gibt und wer entscheidet. Im Englischen heißt das Dokument Project Charter; in deutschen Verwaltungen und Unternehmen kursieren daneben Projektantrag, Projektvereinbarung, Projektdefinition und Projektbeschreibung - die Begriffe überschneiden sich, das Blatt ist im Kern dasselbe.
Ein kleiner Unterschied ist trotzdem sinnvoll: Der Projektantrag ist die Fassung vor der Entscheidung, mit der jemand um Freigabe bittet. Der Projektauftrag ist die Fassung nach der Entscheidung, mit Unterschrift. Diese Vorlage funktioniert für beides - der Antrag ist der Auftrag ohne das Freigabefeld.
Der Projektauftrag ist ein bis drei Seiten lang. Länger wird er nur, wenn Anhänge hineinrutschen, die woanders hingehören: der Projektplan, die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, das Lastenheft. Darauf verweist der Auftrag, er enthält sie nicht.
Die Vorlage gibt es als Word-Datei und als PDF, dazu das ausgefüllte Muster aus dem fiktiven Projekt „Bürgerservice-Portal“ der Stadt Lindenau, das oben steht - dasselbe Projekt, das auch im Projektsteckbrief, im Statusbericht und in der Stakeholderanalyse dieser Sammlung vorkommt.
So füllen Sie die Projektauftrag-Vorlage aus
Der Reihe nach von oben, aber mit einer Ausnahme: Schreiben Sie die Nicht-Ziele, bevor Sie die Ziele ausformulieren. Wer zuerst aufschreibt, was nicht kommt, formuliert das Ziel danach schärfer. Im Lindenau-Beispiel ist das Portal ohne Ablösung des Meldeverfahrens ein anderes Projekt als mit - und das muss der Auftraggeber wissen, bevor er unterschreibt.
Die Ausgangslage braucht Zahlen: wie viele Anträge, welche Wartezeit, welcher Beschluss. Das Projektziel braucht ein Datum und eine Messgröße. Bei den Lieferergebnissen fragen Sie sich zu jeder Zeile, ob man sie abnehmen kann - ein Handbuch ja, „Akzeptanz schaffen“ nein. Meilensteine sind Ergebnisse mit Datum, nicht Phasen; „Konzeptphase“ ist kein Meilenstein, „Fachkonzept freigegeben am 31.07.“ schon.
Beim Budget trennen Sie externes Geld und interne Personentage. Das externe Geld steht im Haushalt oder im Kostenplan und wird kontrolliert; die Personentage sind das, was die Fachbereiche später als „hatten wir nicht abgesprochen“ zurückweisen, wenn sie nicht im Auftrag stehen. Risiken: die drei größten, jeweils mit Gegenmaßnahme. Annahmen: das, worauf Termin und Budget beruhen - fällt eine Annahme, gilt der Auftrag nicht mehr so.
Zuletzt die Freigabe mit Datum und Version. Wird der Auftrag später geändert, gibt es eine Version 1.1 mit neuer Unterschrift, keine stille Überschreibung. Die nummerierten Hinweise am Blatt oben gehen die Felder einzeln durch.
Typische Fehler im Projektauftrag
- Das Ziel ist ein Wunsch
- „Den Bürgerservice moderner machen“ - das unterschreibt jeder, und niemand kann später sagen, ob es erreicht wurde. Ein Ziel hat eine Messgröße und ein Datum. Wenn Sie beides nicht angeben können, ist das Projekt noch nicht reif für einen Auftrag.
- Keine Nicht-Ziele
- Das Feld bleibt leer, weil es unangenehm ist, dem Fachbereich zu sagen, dass seine E-Akte nicht dazugehört. Sechs Monate später kommt genau diese Erwartung als Änderungsantrag zurück, und dann ist sie teurer.
- Meilensteine sind Phasen
- „Konzeptphase, Umsetzungsphase, Einführungsphase“ - das sind Zeiträume, keine Ergebnisse. Ein Meilenstein ist erreicht oder nicht; eine Phase ist immer irgendwie „zu 80 Prozent“.
- Interne Personentage fehlen
- Das Budget nennt die 480.000 € für den Dienstleister, aber nicht die 260 Personentage aus den Fachbereichen. Die tauchen dann im dritten Monat als Kapazitätskonflikt auf, den niemand vereinbart hat.
- Der Auftrag wird nie aktualisiert
- Nach der ersten Änderung (neues Budget, neuer Termin) gilt die Version 1.0 weiter, weil niemand die Unterschriften noch einmal einholen will. Ab da beruft sich jeder auf ein anderes Dokument.
Ab wann die Word-Vorlage nicht mehr reicht
Für ein Projekt im Jahr ist die Datei völlig in Ordnung. Schwierig wird es, wenn ein PMO oder eine Verwaltung zwanzig Projektanträge im Jahr bekommt und entscheiden muss, welche davon laufen: Dann liegen zwanzig Word-Dateien in zwanzig Postfächern, keine ist vergleichbar, und die Frage „wie viele Anträge sind gerade offen“ beantwortet niemand aus dem Stand.
In WORKSPACE.PM ist der Projektantrag ein Datensatz mit Bearbeitungsstatus, der nach der Genehmigung zum Projekt wird:
| In der Datei | WORKSPACE.PM |
|---|---|
| Jeder Antrag ist eine Word-Datei in einem Postfach; wie viele offen sind, weiß niemand. | Projektanträge liegen in einer Liste mit Filtern; Anzahl und Stand sind jederzeit abrufbar. |
| Ob ein Antrag geprüft, zurückgestellt oder genehmigt ist, steht im E-Mail-Verlauf. | Jeder Antrag trägt einen Bearbeitungsstatus, der im Antrag gesetzt und in der Liste gefiltert wird. |
| Nach der Genehmigung werden Ziele, Budget und Termine ins Projekt abgetippt. | Ein genehmigter Antrag wird in ein Projekt überführt; Budget, Labels, Anhänge und Team werden dabei übernommen. |
| Eine Übersicht über alle Anträge entsteht einmal im Jahr in einer Excel-Tabelle von Hand. | Eine Auswertung liefert aggregierte Kennzahlen über alle Projektanträge. |
Diese Vorlage gibt es in WORKSPACE.PM als Projektantrag
In WORKSPACE.PM wird ein Projektantrag als Datensatz angelegt und bearbeitet, trägt einen Bearbeitungsstatus und erscheint in einer filterbaren Liste aller Anträge. Eine Auswertung fasst Kennzahlen über alle Projektanträge zusammen. Ein genehmigter Antrag wird in ein Projekt überführt.
Projektanträge in WORKSPACE.PM ansehenDieselbe Vorlage mit Platzhaltern - zum Hochladen in WORKSPACE.PM
Die Word-Fassung gibt es zusätzlich mit Platzhaltern in doppelten geschweiften Klammern statt Freitext, etwa projekt.name für den Projektnamen. Laden Sie sie unter Administration, Dokumentvorlagen hoch; beim Hochladen wird angezeigt, wie viele Platzhalter erkannt wurden. Ab dann erzeugen Sie den Projektauftrag aus der Projektakte heraus mit den aktuellen Projektdaten. Platzhalter ohne Datenquelle werden vor dem Erzeugen angezeigt und lassen sich von Hand füllen.
Häufige Fragen zur Projektauftrag-Vorlage
01Was kostet die Vorlage, und muss ich mich anmelden?
Nichts, und nein. Die Datei liegt direkt hinter dem Link, ohne Formular und ohne E-Mail-Adresse.
02Was ist der Unterschied zwischen Projektauftrag und Projektantrag?
Der Projektantrag ist das Dokument vor der Entscheidung - jemand bittet um Freigabe. Der Projektauftrag ist dasselbe Dokument nach der Entscheidung, mit Unterschrift von Auftraggeber und Projektleitung. Diese Vorlage taugt für beides; für den Antrag lassen Sie das Freigabefeld leer.
03Was ist der Unterschied zum Projektsteckbrief?
Der Projektauftrag ist die Vereinbarung, ein bis drei Seiten, mit Unterschrift. Der Steckbrief ist die Kurzfassung auf einer Seite für Leute, die das Projekt nur kennen, nicht steuern müssen. Beides gibt es hier als Vorlage, mit demselben Beispielprojekt.
04Wie lang sollte ein Projektauftrag sein?
Ein bis drei Seiten. Wenn er länger wird, sind meist Dinge hineingeraten, die eigene Dokumente sind: der Projektplan, die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, das Lastenheft. Darauf verweist der Auftrag.
05Wer unterschreibt den Projektauftrag?
Auftraggeber und Projektleitung. Der Auftraggeber verpflichtet sich zu Budget und Entscheidungen, die Projektleitung zu Ziel und Termin. In Verwaltungen kommt häufig eine dritte Unterschrift der Fachbereichsleitung hinzu, die die Personentage zusagt.
06Läuft die Vorlage in LibreOffice?
Sie ist dafür gebaut: keine Makros, nur Standardfunktionen von Word, die Felder sind Tabellenzellen und keine Formularfelder. Die Schrift Calibri ersetzt LibreOffice durch Carlito, das dieselben Zeichenbreiten hat. Geprüft ist die Vorlage mit Microsoft Office.
07Darf ich die Vorlage anpassen und im Unternehmen einsetzen?
Ja, auch gewerblich, in beliebig vielen Projekten, mit eigenem Logo und eigenen Feldern. Nur Weiterverkauf und Veröffentlichung als eigene Vorlage sind ausgeschlossen.
Den nächsten Projektantrag im Werkzeug stellen statt in der Datei
Die Sandbox öffnet eine WORKSPACE.PM-Instanz mit Demoprojekten, ohne Registrierung. Legen Sie dort einen Projektantrag an und überführen Sie ihn nach der Genehmigung in ein Projekt.
In fünf Minuten startklar, ohne Kreditkarte.
