Sicherung und Wiederherstellung
Übersicht
Eine Sicherung ist ein benannter Wiederherstellungspunkt aus Datenbank, Dateiablage, einer Kopie von /etc/wsp/env und der Angabe, welche Programmversion zu diesen Daten gehört. Die Versionsangabe ist der Grund, warum eine Wiederherstellung funktioniert: wsp rollt den passenden Programmstand mit aus.
Voraussetzungen
- Eine laufende Installation; für die Sicherung muss die Datenbank laufen
- Freier Plattenplatz unter
/var - Für das Zurückspielen: Root-Rechte und ein angekündigtes Zeitfenster, denn die Anwendung ist währenddessen nicht erreichbar
Schritt-für-Schritt-Anleitung
-
Sicherung auf Zuruf anlegen
sudo wsp backup- Im Menü: Sichern
- Die Kennung ist der Zeitpunkt im Format
JJJJMMTT-HHMMSS - Die Anwendung läuft weiter, Ihre Nutzer merken nichts
-
Sicherungen ansehen
sudo wsp backup --list- Je Zeile: Kennung, Anlass (
updateodermanual), Version, Zahl der Datenbanken, Dateiablage, Prüfvermerk und Größe
- Je Zeile: Kennung, Anlass (
-
Vor dem Zurückspielen den aktuellen Stand sichern
sudo wsp backup -
Zurückspielen
sudo wsp --yes restore 20260823-140955- Über die Oberfläche: Wiederherstellen, Sicherung wählen, dann das Wort
wiederherstellentippen - Ohne Oberfläche ist
--yesPflicht
- Über die Oberfläche: Wiederherstellen, Sicherung wählen, dann das Wort
-
Nur die Datenbank zurückspielen
sudo wsp --yes restore 20260823-140955 --db-only- Die Dateiablage bleibt unangetastet
Was eine Sicherung enthält und was nicht
| Bestandteil | Enthalten |
|---|---|
| Datenbank | ja |
| Dateiablage | ja |
Kopie von /etc/wsp/env | ja |
| Versionsangabe | ja |
/etc/wsp/secrets/ | nein |
| Container-Abbilder | nein |
Die Geheimnisse bleiben absichtlich außen vor: Eine Sicherung, die alle Datenbankpasswörter mitführt, ist ein Risiko. Auf demselben Server brauchen Sie sie nicht - geht der Server jedoch vollständig verloren, lässt sich die zurückgespielte Datenbank ohne sie nicht öffnen. Sichern Sie deshalb einmalig und nach jedem Erneuern eines Geheimnisses das Verzeichnis /etc/wsp getrennt:
sudo tar czf /root/wsp-etc-$(date +%F).tar.gz -C / etc/wsp
sudo chmod 600 /root/wsp-etc-*.tar.gz
Wann automatisch gesichert wird
| Anlass | Kennzeichnung | Aufbewahrung |
|---|---|---|
| Vor jedem Update | update | die letzten zwei |
| Vor dem Löschen eines Mandanten | update | die letzten zwei |
| Auf Zuruf | manual | bleibt dauerhaft |
Aufgeräumt wird immer erst nach einer erfolgreichen neuen Sicherung. Eine zeitgesteuerte Sicherung gibt es nicht; dafür richten Sie einen Cronjob ein.
Häufige Fehler und Tipps
- Hinweis: Beim Zurückspielen geht alles verloren, was seit der Sicherung entstand.
- Projekte, Aufgaben, Kommentare, Dateien, Nutzerkonten. Die einzige Rücknahme ist eine neuere Sicherung.
- Hinweis: Eine Wiederherstellung setzt gegebenenfalls auch die Programmversion zurück.
- Ausgerollt werden die Abbilder, die zu dieser Sicherung gehören.
- Hinweis: Jeder Auszug wird sofort geprüft.
- Direkt nach dem Erstellen liest
wspdas Inhaltsverzeichnis. Lässt es sich nicht lesen, gilt die Sicherung als gescheitert. Eine unlesbare Sicherung ist schlimmer als keine.
- Direkt nach dem Erstellen liest
- Tipp: Die Dateiablage wird nur in den Änderungen gesichert.
- Unveränderte Dateien werden mit der Vorgängersicherung verknüpft. Zehn Sicherungen einer 50-GiB-Ablage belegen deshalb keine 500 GiB, und jede bleibt trotzdem vollständig für sich verwendbar.
- Hinweis:
--db-onlykann Verweise verwaisen lassen.- Danach können Verweise in der Datenbank auf Dateien zeigen, die es noch nicht gab, und umgekehrt.
- Hinweis: Bricht das Zurückspielen ab, die Dienste nicht selbst hochfahren.
- Eine Anwendung, die auf halb zurückgespielte Daten schreibt, verschlimmert den Schaden. Diagnosepaket schnüren und den Support einschalten.
