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Vom Projektzoo zum Portfolio: Warum ein zentrales Projektregister im Mittelstand unverzichtbar ist

3. Februar 2026
3 Min. Lesezeit
Vom Projektzoo zum Portfolio: Warum ein zentrales Projektregister im Mittelstand unverzichtbar ist

Zentrales Projektregister im Mittelstand

Viele mittelständische Unternehmen steuern ihre Projekte noch ohne eine zentrale Übersicht. Projekte werden parallel in Excel-Listen, E-Mails oder einzelnen Tools geführt. Dadurch fehlt häufig eine verlässliche Transparenz darüber, welche Vorhaben aktuell laufen, wo sich Überschneidungen ergeben oder welche Ressourcen bereits stark ausgelastet sind.

Gerade mit zunehmender Projektanzahl wird das zu einem echten Risiko für Steuerungsfähigkeit und Priorisierung.


1. Projektarbeit ohne zentrales Register: typische Herausforderungen

Im Mittelstand sind 30 bis 100 parallele Projekte keine Seltenheit: IT-Rollouts, Digitalisierungsinitiativen, Compliance-Themen, Organisationsentwicklung oder Bau- und Erweiterungsvorhaben.

Ohne zentrales Projektregister zeigen sich im Alltag häufig ähnliche Muster:

  • Projektmanager pflegen ihre eigenen Excel-Listen, während PMO-Leiter Statusinformationen mühsam zusammentragen.
  • Die Geschäftsführung fragt nach einem Gesamtüberblick – belastbare Antworten sind schwer zu liefern.
  • Ressourcenkonflikte werden oft erst sichtbar, wenn Termine gefährdet sind.
  • Neue Initiativen starten, ohne zu prüfen, ob ähnliche Projekte bereits laufen.

Die Folge: Entscheidungen basieren eher auf Erfahrung und Bauchgefühl als auf belastbaren Daten. Ressourcen werden ineffizient eingesetzt und Prioritäten bleiben unklar.


2. Was ein zentrales Projektregister leistet

Ein zentrales Projektregister ist mehr als eine Projektdatenbank. Es bildet die Grundlage für strukturiertes Portfolio-Management und fundierte Entscheidungen.

Typische Mindestinhalte eines Projektregisters

  • Projektname und kurze Beschreibung
  • Sponsor bzw. fachliche Verantwortung
  • Projektleitung und beteiligte Teams
  • Start- und Enddatum sowie Meilensteine
  • Budgetrahmen
  • Projektstatus (z. B. Planung, aktiv, kritisch, abgeschlossen)
  • Risikoeinschätzung

Der unmittelbare Mehrwert entsteht durch Auswertbarkeit

  • Filter nach Bereich, Status oder Verantwortung
    „Welche Projekte laufen aktuell in der IT?"
  • Sortierung nach Terminen oder Dringlichkeit
    „Wo besteht kurzfristiger Entscheidungsbedarf?"
  • Volltextsuche nach Themenfeldern
    „Welche Digitalisierungsprojekte sind aktiv?"

3. Der Weg vom Projektzoo zum Portfolio

Der Aufbau eines Projektregisters muss kein Großprojekt sein. In der Praxis hat sich ein schrittweises Vorgehen bewährt:

Schritt 1: Ist-Zustand erfassen (ca. 1 Woche)

Projektverantwortliche listen alle laufenden Projekte auf – inklusive kleinerer Vorhaben, die „nebenbei" laufen. Das PMO ergänzt grundlegende Informationen zu Status, Budget und Risiko.

Schritt 2: Projektregister aufbauen (ca. 2 Wochen)

Zunächst reichen wenige Pflichtfelder aus. Wichtig ist, dass alle Projekte einheitlich erfasst werden. Weitere Details können später ergänzt werden.

Schritt 3: Erste Analysen durchführen (laufend)

Schon mit einem einfachen Register lassen sich Dopplungen erkennen, Ressourcenkonflikte sichtbar machen und erste Priorisierungsdiskussionen fundiert führen.


4. WORKSPACE.PM als Projektregister

Ein Projektregister entfaltet seinen vollen Nutzen, wenn es nicht statisch bleibt, sondern regelmäßig gepflegt und ausgewertet wird. Genau hier setzen moderne PPM-Lösungen an.

WORKSPACE.PM unterstützt Unternehmen dabei, aus einer einfachen Projektliste ein lebendiges Projektportfolio zu entwickeln:

  • Zentrale Projektübersicht mit Filter- und Sortierfunktionen
  • Portfolio-Dashboards, die kritische Projekte und Engpässe sichtbar machen
  • Aktuelle Statusinformationen direkt von den Projektleitern
  • Transparente Entscheidungsgrundlagen für Geschäftsführung und Gremien

Nach kurzer Zeit können PMO-Leiter fundiert berichten, wie viele Projekte aktiv sind, wo Risiken bestehen und welche Vorhaben priorisiert werden sollten – ohne zusätzlichen manuellen Abstimmungsaufwand.


Fazit

Ein zentrales Projektregister ist kein Selbstzweck. Es schafft Transparenz, ermöglicht Priorisierung und bildet die Grundlage für wirksames Projektportfolio-Management. Gerade im Mittelstand ist es ein entscheidender Schritt, um aus parallelen Einzelprojekten ein steuerbares Gesamtportfolio zu machen.

Autor

Benjamin Bolzmann

Geschäftsführer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.) mit über 20 Jahren Erfahrung in IT-Projektmanagement und Softwareentwicklung. Als Geschäftsführer der AMNAU GmbH entwickelt er Lösungen für strategisches Projektportfoliomanagement in mittelständischen Unternehmen.

Schwerpunktthemen:
ProjektportfoliomanagementStrategisches ProjektmanagementDigitale Transformation